Themen

Altersvorsorge, Gesundheit, Wohnen, Mobilität – das sind nur einige der vielen gesellschaftspolitischen Themen, die für ältere Menschen von grosser Bedeutung sind. Wir ordnen die zentralen Themen und politischen Debatten rund um das Alter für Sie ein.

Altersvorsorge

Die Altersvorsorge hat zum Ziel, einen Ruhestand ohne materielle Not zu ermöglichen. Sie ist ein tragendes Element der sozialen Sicherheit und basiert in der Schweiz auf dem Dreisäulensystem. 

 

Weitere Themen der Alterspolitik

Menschen werden am liebsten zu Hause alt. Dort haben sie ihr soziales Netz und können auf Unterstützung durch ihr privates Umfeld zurückgreifen. Angehörige spielen eine zentrale Rolle bei der Betreuung und Pflege von Familienmitgliedern daheim. Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS 2017) sind Angehörige von älteren Menschen während jährlich rund 1,5 Milliarden Stunden – meist ohne Entlöhnung – für Partner, Eltern oder Schwiegereltern eingespannt, um diese im Haushalt, beim Waschen oder Einkaufen, beim Erledigen der Administration oder bei Botengängen zu unterstützen.  

Die Hauptlast der Betreuung und Pflege tragen noch immer die Frauen. In der Deutschschweiz sind gemäss Spitex-Studien zwei Drittel der pflegenden Angehörigen weiblich, in der Romandie drei Viertel und im Tessin sind es gar über 80 Prozent, auch wenn die Männer aufholen. Frauen stehen seit Jahrzehnten zunehmend selbst im Erwerbsleben und werden künftig weniger Zeit für die Pflege und Betreuung der Angehörigen aufbringen können. Diese bringt zudem – auch für die Männer – hohe Belastungen mit sich: Die chronische Sorge über die Gesundheit des Angehörigen, das Fehlen von Auszeiten für sich selbst und die finanzielle Belastung können zu sozialer Isolation führen. Die Betreuenden werden dann häufig selber krank. Und sie erleiden, bei einer alfälligen Reduktion ihrer Arbeitstätigkeit, Einbussen bei der eigenen Altersvorsorge.

Laut unserer Studie zur Betreuung zu Hause benötigen über 660'000 Personen über 62 Jahren in der Schweiz mindestens eine Betreuungsleistung für eine angemessene Betreuung zu Hause. Pro Senectute unterstützt deshalb Angehörige bedürftiger älterer Menschen mit einem breiten Angebot an Entlastungsdiensten, Tagesstätten und Alltagsassistenzen. Zudem fördert Pro Senectute den Austausch unter Betroffenen und informiert und berät betroffene Angehörige (Coaching).

Pro Senectute setzt sich zudem dafür ein, dass die Vereinbarkeit von Betreuung und Berufstätigkeit verstärkt gefördert wird, zum Beispiel durch eine vorübergehende Reduktion des Arbeitspensums (mit oder ohne Lohnreduktion), flexiblere Arbeitszeiten oder Homeoffice. 

In der Vernehmlassung vom 10.12.2018 finden Sie mehr Informationen zur Position von Pro Senectute zur Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung von Angehörigen.

 

Die überwiegende Mehrheit der Menschen im Pensionsalter lebt in den eigenen vier Wänden: 90 Prozent aller über 65-Jährigen leben zu hause, selbst bei Hochaltrigen ab 85 sind es noch immer 57 Prozent. Für die Zukunft zeichnen sich zwei Trends ab: Demografiebedingt werden mehr ältere Menschen zuhause wohnen, und dies auch länger.

Das Center for Disability and Integration der Universität St. Gallen (CDI-HSG) hat im Auftrag von Pro Senectute die Trends und Kosten in der ambulanten sowie stationären Betreuung und Pflege von Menschen im Alter 65 plus berechnet. Fazit: Die Kosten für die Betreuung und Pflege zu Hause steigen bis 2030 um 45 Prozent, jene im stationären Bereich um 28 Prozent.

Der Trend in Richtung ambulanter Betreuung bedeutet, dass mehr Personen zu Hause leben, die Einschränkungen haben. Das Problem liegt jedoch weniger in der Pflege zu Hause, als vielmehr in der Betreuung. Denn die Betreuungskosten gehen fast vollständig zulasten der Seniorinnen und Senioren. Es ist daher davon auszugehen, dass nicht alle benötigten Leistungen in Anspruch genommen werden. Der tatsächliche Bedarf an Betreuung zu Hause entspricht also nicht der Inanspruchnahme.

Laut den Hochrechnungen unserer Studie zur Betreuung zu Hause benötigen über 660'000 Personen über 62 Jahren in der Schweiz mindestens eine Betreuungsleistung für eine angemessene Betreuung zu Hause. Das entspricht 42 Prozent aller über 62-Jährigen, die in der Schweiz leben. 

Für eine bedarfsgerechte Betreuung zu Hause werden am häufigsten die Leistungen für «Soziale Aktivität», «Sport ausser Haus», «Haushaltshilfe» und «Besuchs- und Begleitdienst» benötigt. Diese vier Betreuungsleistungen machen zusammen 60 Prozent aller Leistungen aus.

Mit der Studie «Erst agil – dann fragil» hat Pro Senectute zudem die Bedürfnisse, aber auch die Lücken bei der ambulanten Betreuung zu Hause ermittelt. Mehr Information zu den Service-Angeboten, die Pro Senectute bereits heute anbietet, finden Sie in unseren Dienstleistungen.

Die Digitalisierung eröffnet in vielen Lebensbereichen neue Möglichkeiten. Pro Senectute befähigt Senioren, die neuen Informationstechnologien zu nutzen und unterstützt die Offliner, damit sie nicht zu Verlierern der Digitalisierung werden und aus dem gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt werden.

Seit 2010 gibt die Studie «Digitale Senioren» im Auftrag von Pro Senectute Antworten auf die Frage, wie in der Schweiz wohnhafte Personen ab 65 Jahren mit Informations- und Kommunikationstechnologien umgehen. Die neuste Studie «Digitale Senioren 2020» zeigt: Digitale Angebote sind bei der Generation 65+ hoch im Kurs. 74 Prozent der Seniorinnen und Senioren sind heute online unterwegs. Jungsenioren können im Umgang mit digitalen Kommunikationstechnologien sogar mit der jüngeren Bevölkerung mithalten. Das ändert sich erst im hohen Alter. Der digitale Graben verschiebt sich und liegt neu bei 80 Jahren. 

In keiner Altersgruppe sind die Unterschiede zwischen Arm und Reich so gross wie bei den Senioren. Schätzungsweise ein Achtel der älteren Bevölkerung in der Schweiz ist von Armut betroffen. Weil sich viele Betroffene schämen und sich zurückziehen, bleibt Armut im Alter oft im Verborgenen. Die wichtigsten Fakten und Zahlen zur Altersarmut in der Schweiz haben wir für Sie zusammengestellt.

Noch mehr Informationen finden Sie in der Studie «Leben mit wenig Spielraum. Altersarmut in der Schweiz».

Dank Ihrer Hilfe können wir armutsbetroffene Senioren unterstützen. Mit den Spenden aus der Herbstsammlung helfen wir dort, wo wir gebraucht werden. Hier geht’s zur Herbstsammlung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten Zehntausende aus Südeuropa in die Schweiz ein, um hier zu arbeiten. Die erste Einwanderergeneration hat das Pensionsalter längst erreicht und die damals fehlende Integrationspolitik macht sich zwischenzeitlich bemerkbar: Die Einwanderer der 50er- und 60er-Jahre haben als Spätfolge der schweren Arbeit in Tieflohnbereichen einen schlechteren Gesundheitszustand und tiefere Renten als gleichaltrige Schweizer und Schweizerinnen. Trotzdem nutzen sie weniger häufig Unterstützungs- und Pflegeangebote. Grund dafür sind oft Sprachschwierigkeiten und mangelnde Kenntnis des schweizerischen Sozialsystems.

Mehr Informationen zur Lebenssituation von älteren Migrantinnen und Migranten finden Sie auf der Website der Fachtagung «Alter und Migration» und dem «Forum Alter & Migration», einem Netzwerk, welches über die Lebenssituation der älteren Migrationsbevölkerung informiert, Bildungskurse anbietet und auf politischer Ebene lobbyiert.

Pro Senectute ist überzeugt, dass Menschen über 60 eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft einnehmen – heute und in Zukunft. Entsprechend gut sollten die Rahmenbedingungen für sie sein: Dies gilt einerseits für den Arbeitsplatz, damit sie bis zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung und – sofern sie dies wünschen – auch darüber hinaus gesund und motiviert im Arbeitsprozess integriert bleiben. Andererseits aber auch für die Zeit nach dem Erwerbsleben:

  • Die Fachstelle AvantAge bietet Seminare für Arbeitnehmende und Arbeitgebende zur Gestaltung des Berufslebens ab 50.
  • Verschiedene Pro Senectute Organisationen unterstützen ältere Arbeitnehmende in der Übergangsphase zwischen bezahlter Arbeit und nachberuflicher Zukunft mit Pensionierungskursen.
  • Menschen, die nicht über die Pensionierung hinaus berufstätig sein werden, aber dennoch aktiv bleiben wollen, bieten wir attraktive Möglichkeiten. Bei Pro Senectute engagieren sich rund 18’000 Personen freiwillig, indem sie für den Mahlzeitendienst fahren, ältere Menschen bei der Administration unterstützen oder diese regelmässig besuchen gehen und Primarschüler im Klassenzimmer begleiten. Mehr Informationen finden Interessierte im Dossier Freiwilligenarbeit.

Das Institut zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität der Fachhochschule Neuenburg (ILCE, HEG Arc) hat in Zusammenarbeit mit Pro Senectute den Finanzmissbrauch in der Altersgruppe 55+ untersucht. Die Studie zeigt: Schweizweit war jede vierte Person im Alter 55+ in den letzten fünf Jahren mit finanziellem Missbrauch in seinen diversen Formen konfrontiert. Jede fünfte Person hat einen finanziellen Schaden erlitten. Pro Jahr hatten die Opfer gemäss Hochrechnung des ILCE einen finanziellen Verlust von über 400 Millionen Schweizer Franken.

Pro Senectute ist es ein grosses Anliegen, dass ältere Menschen möglichst lange und selbstständig in den eigenen vier Wänden wohnen können und sich zu Hause wie im öffentlichen Raum sicher fühlen. Die Studienresultate geben wertvolle Hinweise für die Prävention von Finanzmissbrauch bei Senioren.

Hier finden Sie Tipps und Tricks, um sich vor Betrügern zu schützen.

Wir leben in einer Gesellschaft des langen Lebens. Schon heute ist fast ein Fünftel der schweizerischen Bevölkerung über 80 Jahre alt. Bis 2060 wird sich diese Zahl voraussichtlich mehr als verdoppeln. Umso wichtiger ist es, dass wir uns mit den Herausforderungen der Hochaltrigkeit beschäftigen.

Wir haben die wichtigsten Informationen zur Hochaltrigkeit in der Schweiz für Sie gesammelt.

Ein funktionierendes Gehör ist für die Mobilität und die soziale Teilhabe im Alter ein entscheidender Faktor. Pro Senectute sensibilisiert deshalb für die Wichtigkeit einer rechtzeitigen Behandlung von Hörproblemen.

In der Schweiz leben im Alter 65+ rund 450‘000 Personen mit einer Hörminderung. Fast die Hälfte von ihnen behandelt ihr Hörproblem nicht. Viele Betroffene warten mit einer Behandlung lange zu. Durchschnittlich vergehen sieben Jahre, bis sie etwas gegen eine diagnostizierte Hörminderung unternehmen. Je länger aber eine Schwerhörigkeit nicht behandelt wird, umso schwieriger wird eine erfolgreiche Anpassung von Hörgeräten.

Im Auftrag von Pro Senectute hat das Interdisziplinäre Kompetenzzentrum Alter (IKOA-FHS) der Fachhochschule St.Gallen im Sommer 2016 Studien zum Thema Schwerhörigkeit im Alter gesichtet. Die Übersicht des IKOA-FHS zeigt: Ältere Menschen mit Hörproblemen stürzen häufiger. Hörminderungen im Alter können zudem zu Dauerstress und entsprechenden Symptomen wie Bluthochdruck führen. Auch Verlustgefühle, Ängste sowie Depressionen können Folgen sein. Hörgeschädigte ziehen sich oft auch aus dem sozialen Leben zurück, da die Kommunikation anstrengend ist. Die damit einhergehende Vereinsamung kann die Lebensqualität massiv beeinträchtigen.

Finanzierung Hörgeräte – Änderung der AHV-Praxis per 1. Juli 2018

Ab 1. Juli 2018 bezahlt die AHV neu CHF 1’237.50 für zwei Hörgeräte und weiterhin CHF 630.00 für ein Hörgerät. Ausgelöst wurde diese Änderung durch die Motion von Ständerat Josef Dittli. Für eine Kostengutsprache der AHV benötigen Betroffene ein ärztliches Gutachten von einem Ohrenarzt.

Pro Senectute stellt online und in den Beratungsstellen Informationsmaterialien zum Thema zur Verfügung.

In unserer Gesellschaft gibt es keine Selbstständigkeit ohne Mobilität. Die eigene Beweglichkeit ist eine zentrale Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und selbständig zu leben. Mit dem Auto, Velo, öffentlichen Verkehr oder zu Fuss: Wer seine Mobilität einbüsst, ist stärker auf Hilfe von anderen angewiesen. Im schlimmsten Fall sind Betroffene komplett abhängig und sozial isoliert.

Sicherheit im Verkehr

Senioren sind aufgrund der höheren körperlichen Verletzlichkeit im Strassenverkehr besonders gefährdet, sei es als Autolenker oder als Fussgänger. Dies zeigt auch der Bericht der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) zur «Sicherheit älterer Verkehrsteilnehmer».

Autofahren im Alter

Das Auto ist für viele Senioren ein wichtiges Fortbewegungsmittel. Viele von ihnen sind heute bis weit nach der Pensionierung mit dem Auto unterwegs. Sie sind umsichtige und verantwortungsbewusste Autolenker. Nur 10,2 Prozent der tödlichen Unfälle im Strassenverkehr werden durch Senioren über 70 verursacht. Senioren fahren kaum unter Alkoholeinfluss, selten zu schnell und benützen öfter den Sicherheitsgurt als ihre jüngeren Zeitgenossen. Ihre grösste Schwachstelle im Strassenverkehr ist das Abbiegen an Kreuzungen. Ausserdem verursachen Senioren mehr Unfälle beim Parkieren.

Ältere Autolenker und die Fahreignungsabklärungen sind ein regelmässiges Thema in der Politik. Der Bundesrat per 1. Juli 2016 neue Vorgaben in Kraft gesetzt, die die Qualität der obligatorischen Fahreignungsabklärungen im Alter verbessern sollen. Genauere Informationen zu den Neuerungen finden Sie hier.

Des Weiteren hat der Bundesrat am 15. Juni 2018 beschlossen, die Heraufsetzung der Altersgrenze von periodischen Kontrolluntersuchungen von Seniorinnen und Senioren per 1. Januar 2019 in Kraft zu setzen. Ab dem 1. Januar 2019 müssen sich Seniorinnen und Senioren erst ab dem Alter von 75 Jahren statt bisher 70 alle zwei Jahre einer verkehrsmedizinischen Untersuchung unterziehen.

Pro Senectute unterstützt die Mobilität von Senioren

Ältere Menschen haben besondere Bedürfnisse im Strassenverkehr. Diese gilt es zu beachten, um die Lebensqualität der Senioren und Seniorinnen in der Schweiz sicherzustellen.

Pro Senectute engagiert sich mit verschiedenen Angeboten bei der Unfallprävention und für den Erhalt der Mobilität:

  • Sport- und Bewegungsgruppen
  • Freiwilliges Fahrtraining mit dem Auto, Velo oder E-Bike
  • Kurse zum digitalen Ticketing und zu Billett-Automaten in Zusammenarbeit mit den SBB
  • Fahrdienste für Senioren mit eingeschränkter Mobilität

Fahrdienste unterstützen viele ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu günstigen Tarifen. Da immer mehr Senioren zu Hause wohnen, werden solche Dienste je länger je wichtiger. Aufgrund des beschränkten Angebots und der Kosten haben aber viele Senioren immer noch keinen Zugang zu Fahrdiensten.

Die Debatte um die organisierte Beihilfe zum Suizid ist Ausdruck eines sozialen Wandels. Das Nützlichkeitsdenken macht auch vor Sterben und Tod nicht Halt. Für Pro Senectute muss beides Platz haben: das Sterben zur rechten – vielleicht selbst definierten Zeit und die würdige Behandlung eines Lebens, das sich zum Erlöschen Zeit nimmt.

Unser Positionspapier zum Alterssuizid beleuchtet das Thema von verschiedenen Seiten: Wir anerkennen das Recht von Suizidwilligen, ihr Leben – auch unter der Beihilfe anderer Personen – beenden zu wollen. Ebenso wichtig ist für uns aber die Frage, welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen es braucht, dass Menschen «gut altern» und sterben können.